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INTERVIEW

JOEY KELLY: Eigentlich sollte ich jetzt am Nordpol sein!

10.04.2020

Das waren die Pläne von Joey Kelly (47), der schon als kleiner Junge gerne um die Welt reiste. Zusammen mit der legendären „Kelly Family“, schrieb er In den neunziger Jahren die Musikgeschichte und begeisterte mit seiner Stimme Millionen Menschen weltweit.

 

Mit seiner Leidenschaft, seiner Ausdauer und einem sehr starken Willen wurde aus dem hervorragenden Sänger ein professioneller Extremsportler, der sein Hobby zum Beruf machte.

 

Durch eiserne Disziplin erreicht Joey einen Erfolg nach dem anderen und sucht sich dauernd neue Ziele aus. Bis heute absolvierte er insgesamt über 100 Marathons, unzählige Wüstenläufe, Radrennen, Triathlons und Wettkämpfe. Egal ob sich um einen 900 km langen Fußmarsch quer durch Deutschland handelt oder einen 400 km Wettlauf zum Südpol, Joey schafft es immer alle seine Ziele ohne mit den Wimpern zu zucken. Auch jetzt wäre er am Nordpol, wo er seinen nächsten Marathon erfolgreich absolvieren wollte.

 

Doch diesmal spielte das Coronavirus Joey Kelly einen bösen Streich

 

Der sonst immer aktive Joey, der nicht nur als Sänger und Extremsportler, sondern auch als ausgezeichneter Manager und geliebte Familienvater tapfer durchs Leben geht, muss jetzt eine Notbremse ziehen.

 

Aber wie funktioniert es bei einem dermaßen aktiven Sportler, der aus dem Unmöglichen immer das Mögliche macht?

 

“Ausgewirkt hat sich die Corona-Weltkrise auf uns alle. Sehr stark sogar. Es ist eine sehr starke Veränderung. Man muss sich anpassen und darüber nachdenken. Auf der anderen Seite merkt man aber auf einmal, was Priorität ist. Gesundheit, Familie, Zusammenhalt. Wir müssen einfach schauen, dass wir alle halt diese Krise überstehen.“

 

Trotz allen Herausforderungen, denen Joey Kelly während seinen Reisen als Extremsportler immer wieder ausgesetzt wurde und allen Erfahrungen, die er über die Jahre sammelte, kann er die momentane Weltlage selber nicht fassen.

 

Wenn ich ehrlich bin, bin ich sprachlos. Jeden Tag kommen viele nicht gute Nachrichten. Teilweise auch extrem schlimme Nachrichten von so vielen Menschen, die sterben. Selbst In Deutschland. Und man fragt sich wohin führt das Ganze? Mir macht das sehr viel Angst.“

„Eingeschränkt bin ich durch die Corona-Krise viel. Erstmals haben wir nicht mehr die Möglichkeit, dass man in der Freizeit sich spontan trifft und vielleicht 20 km mit mehr als zwei Leuten läuft. Das geht nicht.

 

Tagungen, Vorträge und Wettkämpfe auf Eis gelegt

 

Neben seiner beeindruckenden Karriere als Sänger, Extremsportler und Manager, ist Joey Kelly auch als ein erfolgreicher Redner unterwegs. In seinen Vorträgen erzählt er wie man seine Ziele durch Willenskraft, Konsequenz und Disziplin erreichen kann. Doch die momentane Lage lässt es nicht zu. „Ich arbeite sehr viel mit zahlreichen Unternehmen in Deutschland, mit denen ich normalerweise aktiv unterwegs bin. Das wären halt Tagungen, Vorträge und neue Kunden. Das ist komplett erstmal alles auf Eis gelegt und auf den Spätsommer oder Herbst verlegt worden. Wie wissen aber nicht wie lange die Einschränkungen bleiben werden. Es bereitet mir Bauchschmerzen.

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Musikalisch schaffte Joey Kelly jedoch eine Punktlandung.

 

„Wir haben so viel Glück gehabt, dass die „Kelly Family“-Tour am

23. Februar beendet war. Nach drei Jahren. Also war es für uns quasi eine Punktlandung. Glück gehabt.

 

Was vermisst der immer aktive Joey Kelly am meisten?

 

„Das ist eine gute Frage. natürlich vermisst man seine Tätigkeit und die Hobbies die man hat. Eigentlich sollte ich jetzt am Nordpol sein und dort Marathon laufen. Oder den Bonn-Marathon in drei Wochen und zwei Wochen danach den Mainz-Marathon. Und im Sommer habe ich eigentlich vor von München nach Venedig die 500 km Tour zu machen. Ich weiß es aber nicht ob sie stattfinden wird.“

 

Doch Joey Kelly kommt mit den Einschränkungen eigentlich gut klar. „Ich kann nur meinen Part machen, zuhause bleiben, meine Kontakte über Telefon oder Skype pflegen. Man muss sich damit einfach arrangieren. Es ist eine Umstellung aber ich komme damit gut klar.

 

... und da er bis jetzt noch nie zwei Wochen am Stück zuhause war. genießt Joey jetzt die Zeit mit seiner Familie. “Es ist natürlich wunderschön, dass ich zuhause bin.“

 

Trotzt seinen Erfahrungen als Extremsportler und den Erlebnissen, die sein Leben stark geprägt haben, hätte sich Joey Kelly nie gedacht, Zeiten wie diese jemals zu erleben.

„Die Zeiten, die wir gerade erleben sind eine große Umstellung für die ganze Welt. Es ist eine sehr ungewöhnliche Zeit. Das hat keiner von uns jemals erlebt und wir wissen nicht wo die reise hinführt.

 

Doch eines ist sicher. Mit seiner unglaublichen Ausdauer wird Joey Kelly nie aufgeben und umso erfolgreicher bald wieder durchstarten.

 

In diesem Sinne wünschen wir Joey Kelly, dass er alle seine Ziele bald wieder erreichen kann.

 

Interview: Anna Karolina Heinrich

Fotos: Thomas Stachelhaus